Wer sich schon einmal mit Kryptowährungen beschäftigt hat, weiss: Extreme Kursschwankungen sind die Regel. Während diese Volatilität für Daytrader reizvoll sein mag, macht sie alltägliche Transaktionen und das Liquiditätsmanagement von Unternehmen unglaublich schwierig. Hier kommt der Stablecoin ins Spiel. Ein Stablecoin ist eine Art Kryptowährung, die speziell dafür entwickelt wurde, einen stabilen Wert zu halten, indem sie an einen wertbeständigen, realen Vermögenswert gekoppelt wird – meist an die Fiat-Währung (staatliches Geld) eines Landes. Einfach ausgedrückt bedeutet "an eine Fiat-Währung gekoppelt", dass die digitale Münze den Wert dieses spezifischen realen Geldes exakt widerspiegelt. Zum Beispiel ist 1 USDT (Tether) genau 1 USD wert. Ebenso bedeutet ein an den Schweizer Franken gekoppelter Stablecoin, dass 1 Token exakt 1 CHF wert ist. Dadurch bieten Stablecoins das Beste aus beiden Welten: die sofortige, grenzenlose und programmierbare Natur der Blockchain-Technologie kombiniert mit dem berechenbaren Wert von traditionellem Geld. Weltweit wird der Markt von US-Dollar-gekoppelten Giganten wie Tether (USDT) und USD Coin (USDC) dominiert, die täglich Transaktionsvolumina in Milliardenhöhe abwickeln.
Während USD-gedeckte Token die globale Bühne beherrschen, hat sich das Schweizer Finanzökosystem naturgemäss seiner eigenen, vertrauten Währung zugewandt. CHF-Stablecoins fungieren als digitaler Schweizer Franken und bringen die legendäre Stabilität der Schweizer Wirtschaft direkt auf die Blockchain. Für Unternehmen und Privatnutzer in der Schweiz bedeutet ein digitaler Franken, dass sie an dezentralen Finanzen (DeFi) teilnehmen, Renditen erzielen und sofortige Peer-to-Peer-Zahlungen abwickeln können, ohne sich Fremdwährungsrisiken oder den wilden Preisschwankungen von Werten wie Bitcoin auszusetzen.
Frankencoin (ZCHF): Der grösste Stablecoin der Schweiz
Auf dem Schweizer Markt hat sich der CHF-Stablecoin "Frankencoin" (ZCHF) als klarer Marktführer etabliert. Er wurde Anfang 2023 eingeführt und ist derzeit der grösste und am weitesten verbreitete Schweizer-Franken-Stablecoin, der durch Sicherheiten in zweistelliger Millionenhöhe gedeckt ist. Was Frankencoin über seine Grösse hinaus wirklich einzigartig macht, ist die Art und Weise, wie er unter der Oberfläche funktioniert.
Im Gegensatz zu herkömmlichen Stablecoins, die sich auf ein zentrales Unternehmen stützen, welches Fiatgeld auf einem herkömmlichen Bankkonto hält, ist Frankencoin vollständig dezentralisiert. Er funktioniert über ein striktes, regelbasiertes System von Smart Contracts auf der Blockchain. Um neue Frankencoins zu prägen (zu "minten"), müssen Nutzer überbesicherte, zugelassene Krypto-Assets – wie Wrapped Bitcoin oder Ethereum – im System hinterlegen. Da der Wert dieser hinterlegten Assets deutlich höher ist als die neu geprägten ZCHF, bleibt die 1:1-Kopplung an den Schweizer Franken auch bei Kurseinbrüchen am breiteren Kryptomarkt sicher. Es gibt keine Zentralbank oder ein ausgebendes Unternehmen, das ihn kontrolliert; stattdessen wird er von der Community verwaltet. Das macht ihn zu einer äusserst widerstandsfähigen digitalen Währung, die heute für alles genutzt wird – von der dezentralen Renditegenerierung bis hin zum Lebensmitteleinkauf im SPAR-Supermarkt über verknüpfte Zahlungskarten.
"Stablecoins sind das fehlende Puzzleteil für die massentaugliche Adaption der Blockchain. Indem wir die Volatilität beseitigen, schaffen wir einen praktischen Alltagsnutzen, der die Lücke zwischen dem klassischen Bankwesen und der dezentralen Zukunft schliesst."
Warum Stablecoins wichtig sind
Stablecoins wie Frankencoin beweisen, dass die Blockchain nicht nur für spekulativen Handel da ist. Sie ermöglichen echten Alltagsnutzen: von reibungslosen grenzüberschreitenden Zahlungen über programmierbares Treasury-Management für Unternehmen bis hin zur Möglichkeit für Menschen ohne Bankkonto, Zugang zu einem stabilen Wertspeicher zu erhalten. Da die regulatorischen Rahmenbedingungen in der Schweiz und darüber hinaus immer ausgereifter werden, wird sich die Integration dieser digitalen Fiat-Äquivalente in unser tägliches Finanzleben nur noch weiter beschleunigen.
